Zwangsarbeiter

Im Gegensatz zu den „normalen" Kriegsgefangenen galten für die Zwangsarbeiter keinerlei rechtliche Regeln. Ungefähr 8 Millionen ausländische Arbeiter aus allen besetzten Ländern waren in der deutschen Wirtschaft zwangsweise beschäftigt. So waren gegen Ende des Krieges etwa 25% aller Beschäftigten im Deutschen Reich Zwangsarbeiter. Sie wurden in der Rüstungsindustrie und der Landwirtschaft, im Handwek und im Haushalten, bei Bahn, Post und sogar bei den Kirchen eingesetzt. Nicht nur sowjetische oder polnische Kriegsgefangene, sondern auch verschleppte Zivilisten wurden vor allem zur Sklavenarbeit in der deutschen Industrie gezwungen. Durch unmenschlichen Arbeitsbedingungen, Hunger und mangelnder Hygiene kamen Millionen ums Leben. Viele wurden auch auf der Flucht erschossen. Aber, welch bittere Ironie der Geschichte, ca 20% von ihnen kamen bei alliierten Luftangriffen ums Leben. So auch in Bitburg.

Angesichts dieser Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass auch in der Eifel in jedem Ort Zwangsarbeiter in Betrieben und in der Landwirtschaft eingesetzt waren. Von Bitburg ist bisher nur bekannt, dass 36 ZwangsarbeiterInnen (darunter 2 in Gefangenschaft geborene Säuglinge) hier verstorben sind. (Liste der Verstorbenen im Anhang). Von den überlebenden Zwangsarbeitern ist bisher fast nichts bekannt. Unweit des jüdischen Friedhofs befindet sich auf dem Friedhof Erdorfer Straße ein Sammelgrab mit 33 Grabplatten auf denen außer den Namen der Toten keine weiteren Daten vermerkt sind.

Tomasch Brilinski, Marian Roskiewicz, Warsili Barlimin, Anton Nowikow, Stephan Masurenko, Wasili Petionjuk, Kasimir Drab, Alibin Kielmur, Paul Kalkow, Philipp Simakow, Iwan Druczynim, Jossif Breiwo, Iwan Saljrcke, Jerwolei Polosjukow, Iwan Frolow, Wladimir Apagow, Waslaw Plomka, Sachar Minjejew, Iwan Kossin, Janina Pietrycka, Santo Arena, Meyer Kristowski, Wassili Losgatschow, Paul Roschewitsch, Feydor Posnjak, Timofei Mjassojden, Grogori Pürikow, Jossiv Gustav, Sina Kirowzena, Jan Medej, Stanislaw Pietraschek, Nikolaus Waselenko, Nikola Horinskyj

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Kriegsgefangene

Im zweiten Weltkrieg fielen Millionen von Soldaten in deutsche Kriegsgefangenschaft. Aber während Franzosen, Briten oder andere Westalliierte weitgehend entsprechend der Genfer Konvention behandelt wurden, erging es den ost- und südosteuropäischen Kriegsgefangenen schlecht. Nach der Methode Mord durch Arbeit, sollten sie sich zu Tode schuften. So starben bis Ende 1941 etwa die Hälfte der etwa 3,3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen an Hunger, an Erschöpfung oder sie wurden erschossen. Auch in Bitburg und Umgebung wurden Kriegsgefangene in der Landwirtschaft und zu Schanzarbeiten eingesetzt.

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