Meier, Isidor

Meier, Isidor * 9.9.1881 Pohl-Göns, wohnhaft Karenweg 20, 1938 verzogen nach Köln, dann nach Amsterdam und nach Westerbork, deportiert  7.5.1943 und ermordet in Sobibor (siehe Einzelbiographie) verheiratet mit Meier, Sophie, geb Meyer * 12.1.1890 Beurig, deportiert  7.5.1943 nach Sobibor, vermutlich 1944 ermordet, Kinder Edith, Änni, Helmut und Arnold überlebten das 3. Reich

Er war der letzte Gemeindevorsteher der Jüdischen Gemeinde Bitburg.(Dokument 001) Isidor Meier wohnte gleich gegenüber der Synagoge an der Ecke Karenweg- Neuerburger-Straße. Die Bitburger Gemeinde war in den 1930-er Jahren zusehends geschrumpft. Immer mehr Familien versuchten, entweder in größere Städte umzuziehen, wo sie größere Anonymität erhofften, oder direkt ins Ausland zu fliehen. Isidor Meier war zunächst Viehhändler hatte aber sein Geschäft immer mehr auf den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen ausdehnen können. Auf seinem Anwesen waren größere Stallungen und Lagerräume. Er war in der Stadt allgemein geschätzt. Geboren 1881 in Polgän, verheiratet mit Sophie Meyer kam er zu Beginn des Jahrhunderts nach Bitburg. Das Paar hatte drei Kinder, Edith, geboren 1910, Änni, geboren 1912 und Arnold, geboren 1921. Als die Lebensbedingungen für sie zunehmend unerträglich wurden, zog Isidor Meier mit seiner Familie am 17.1.38 nach Köln. Im April 1939 wurde die Situation auch dort unhaltbar und sie flüchteten nach Amsterdam, wo bereits ihre Tochter Edith wohnte. Am 1.12.1939 wurden sie als Ausländer im Bevölkerungsregister eingeschrieben und bekamen Personalpapiere bis zum 28.8.1941. Am 15. April 1943 kamen Sophie und Isidor Meier ins Lager Westerbork. Der relativ späte Zeitpunkt war wohl der Tätigkeit des Amsterdamer Judenrats zu verdanken, in dem Isidor Meier mitarbeitete. Dem Judenrat gelang es, die Freistellung von über 17.000 Menschen vorübergehend zu regeln. Kurz danach am 4.Mai 1943 wurden sie mit einem Transport in das Vernichtungslager Sobibor deportiert. Dort verstarb er und seine Frau Sophie wenige Tage später am 7.5.1943

siehe auch Dokument 044

Thomas Barkhausen

 

 

 

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